Loop Magazin
ISSUE OCTOBER 10, 2001
German Magazine and online at: Loop-Magazine.de
Wish Him Well
TERENCE
TRENT DARBY
mit neuem Namen
und neuem Album
Fotograf . Mitja Arzensek
Styling . Michiko Radomski
Assistenz . Nenad Harija
Make Up . Martina Heihoff
Haare . Michel Groers
(Top Agence)




Am 22. Oktober erscheint Terence Trent D`Arbys neues
Album "Wildcard". Am 22. Oktober erscheint Sananda Maitreyas
neues Album "Wildcard". Klingt wie ein Druckfehler,
ist aber keiner. Terence heißt jetzt Sananda. So wie damals,
als uns die Süßigkeitenindustrie erzählte "Raider
heißt jetzt Twix. Sonst ändert sich nix." Bei
Mr. Trent D`Arby/Maitreya hat sich in den letzten Jahren so einiges
verändert. Nachdem er jahrzehntelang für das Wohl von
Plattenfirmenbossen kreativ war, ist Terence mittlerweile sein
eigener Chef. Das vorliegende Album "Wildcard" sollte
bereits 1998 auf den Markt kommen. "Es war komplett fertig
und hätte sofort unter die Leute gebracht werden können",
erzählt Terence. Seine damalige Plattenfirma fand das
Werk zu exzentrisch und facettenreich und hielt es zurück.
Es dauerte drei Jahre bis Terence die Rechte daran zurückkaufen
konnte und sich neu etablierte. "Ich besitze jetzt alle
meine Master, was das Wichtigste für jeden Künstler
ist. Meine Arbeit gehört wieder mir selbst und ich bin dafür
verantwortlich was damit geschieht. Viele meiner Mitstreiter sind
auf einem ähnlichen Weg und wollen ihre Sachen selbst der
Öffentlichkeit vorstellen. Die meisten Künstler machen
doch gar keine Platten mehr für das Publikum. Sie machen
Alben für die Labelbosse, die noch nicht einmal Ahnung von
Musik haben." Terence ist in seinem Element. "Meistens
hat doch das fertige Produkt überhaupt nichts mehr mit dem
Künstler selbst zu tun. Oder damit, was die Fans von ihm
gerne hören würden. Heute sitzen in den Plattenfirmen
lauter Leute, die dorthin verpflanzt wurden, weil sie die Unternehmensphilosophie
aufgesaugt haben. Keiner von denen kapiert, dass sie es mit lebendigen,
kreativen Menschen zu tun haben, die unterschiedliche Lebensmuster
haben." Somit bleibt häufig die ursprüngliche
Intention des Musikers auf der Strecke, weil sie nicht mit den
Ideen der Plattenfirma übereinstimmt. Das Verlangen, mit
einem Song ein bestimmtes Gefühl mitzuteilen, geht nicht
einher mit dem Wunsch des Labelchefs nach einem neuen Pool für
sein Haus auf Ibiza.
"Ich hoffe nur, dass mein Beispiel inspirierend
wirkt", sagt er. "Es gibt genügend Wege, so nah
wie möglich am Publikum zu sein und so weit entfernt als
möglich von diesen anderen Idioten", grinst er wissend.
Ursprünglich sollten die Songs auf "Wildcard" unter
dem Titel "The Solar Return of Terence Trent D´Arby"
erscheinen. Nachdem die Rechte an seiner Musik wieder im Hause
Trent D´Arby/Maitreya lagen, entschloss sich Terence, seine
Platte über das Internet dem Publikum nahe zu bringen. Die
erste Version wurde ins Netz gestellt, und wer wollte, konnte
sich das komplette Album herunterladen. Für lau. Zum Start
des Vertriebs über Plattengeschäfte wurde der Download
jetzt allerdings eingestellt. "Auf der CD, die es ab Oktober
zu kaufen gibt, sind insgesamt 18 Stücke enthalten. Sie sind
in einem besseren Soundformat, aber ansonsten gibt es keinen großen
Unterschied zu der ersten Version. Eine CD in der Hand zu haben
ist halt doch etwas anderes als Dateien auf der Festplatte. Es
ist eine andere Art Musik zu erleben. Das Album ist entstanden,
um absolut reine, positive Energie zu versprühen. Ich habe
versucht, alles, was mich meine Weisheit und Erfahrung bis jetzt
gelehrt hat, rüberzubringen. Dafür war es extrem wichtig,
den ganzen Dreck und die negative Energie, die von der Plattenindustrie
ausgeht, hinter mir zu lassen."
"Wildcard" ist das insgesamt fünfte
Album von Terence alias Sananda. Die Tracks darauf klingen mal
smooth, mal funky und mal nach TripHop. Ein bisschen R´n´B-Pop
meets Rock´n´Roll-Kraftwerk. Auf jeden Fall kann der
Mann singen. Daran gibt es keinen Zweifel.
Doch was hat es nun mit dem neuen Namen auf sich?
Warum um alles in der Welt Sananda Maitreya? Hätte es für
eine Veränderung nicht auch Eugene Trent D´Arby getan?
"Weil Eugene nicht der Name war, der mir immer wieder
in den Sinn kam. Es war immer Sananda und ich habe mir keine Gedanken
gemacht was es bedeutet", erklärt Sananda. "Ich
bin nie auf die Idee gekommen, irgendwo nachzuschauen was der
Name in der Übersetzung heißt. Ich wollte mich damit
nicht belasten und selber herausfinden was er für mich bedeutet.
Es ist schwierig zu erklären. Ich versuche es mal damit:
angenommen du bist ein Schauspieler in der Rolle von Terence Trent
D´Arby. Doch bis zu diesem Zeitpunkt weißt du gar
nicht, dass du in einem Film bist. Du denkst wirklich, du bist
die Figur die du spielst." So wie Method-Acting im eigenen
Leben? "Ganz genau. In meinem Leben sind Sachen passiert,
die mir das Gefühl gaben, ich sei ein Schauspieler der Terence
Trent D´Arby spielt. Die Frage aber war, wer ist der Schauspieler?
Mir wurde klar, das ist Sananda." Klingt ganz schön
verquer. "Ich war müde den Terence zu spielen, nur
weil andere das so wollten." So einfach ist das. Und auf
die Aufforderung "Sign your name across my heart"
wird er in Zukunft nur noch mit Sananda Maitreya reagieren.
Judy Born
AND: Sananda in a commercial!
