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Mittwoch 26. Juni 2002, Diverses

Wie Mann sich anziehend anzieht

Leinen in allen Variationen, lässige Kombinationen sowie helle, natürliche oder gebleichte Farben bestimmen das Bild.

Mailand. Mehr Sein als Schein, so lautet die Botschaft von Mailands Designern für die noch bis zum Donnerstag laufenden Männerschauen der Saison Frühjahr/Sommer 2003.

Deutlich auch, dass die Männermode nach der glatten Eleganz der letzten Zeit wieder bodenständiger wird. Es sei notwendig, die Bedeutung von Kleidung zu überdenken, meint etwa der italienische Designer Piero Cividini. Sinnbild für das neue Verständnis: Das italienische Modehaus Etro zog seine Models mit Ochsenkarren und Pferdewagen durch die Mailänder Innenstadt.

Versace
Zu mehr Substanz in der Mode mahnt auch Donatella Versace. Zwar blitzen hier und da noch ihre Initialen als gotisches DV-Logo auf einigen T-Shirts, aber sonst wirkt die Kollektion deutlich ruhiger als in der Vergangenheit.
Leinen wird zum stofflichen Leitmotiv vor allem der Anzüge; selbst der elegante Gehrock bekommt durch diesen Stoff neue Bedeutung. Schlichte T-Shirts bilden eine Alternative zu fantasievoll bedruckten Hemden mit Knittereffekten.
Über Mäntel oder schmale Hosen aus schwarzem Leder mit Silber-Reissverschluss-Details folgt der Einstieg ins Abendthema, wo Machoelemente wie schmale, glänzende Kurzarmhemden, figurbetonende Silhouetten und ein klares Schwarz-Weiss-Farbbild dominieren.

Westwood
Die Britin Vivienne Westwood experimentiert vor allem mit Form und Schnitt und spielt mit den Gegensätzen. Den dominierenden griffigen Oberflächen setzt sie mit goldenen Lurexfäden durchwirkte Twinsets entgegen.
Auf Sakkos, die in der Hose getragen werden sollen, folgen füllige Volumina, etwa bei Parkas. Das T-Shirt mit dem Totenkopfmotiv mutet an wie ein nostalgischer Link auf die Kollektion Piraten, mit der Westwood einst ihre Karriere startete. Keine Schau der Designerin findet ohne Kilts statt, dieses Mal sind sie aus Seide.

Dolce & Gabbana
Dolce & Gabbana hingegen inspirierten sich mit ihren wadenlangen weiten Hosen und den groben, derben, auf nackter Haut getragenen Strickjacken am einfachen Leben mediterraner Fischer. Grosse aufgesetzte Taschen prangen auf den Hosenbeinen und überweit geschneiderten Jacken. Um ihre Männermode ansprechend zu präsentieren, mischten Dolce & Gabbana zahlreiche prominente Models unter die Dressmen. Darunter auch die Topmodels Naomi Campbell, Gisèle Bündchen und den Sänger Terence Trent d'Arby.

Strehle
Gabriele Strehle beweist im heissen Mailand dieser Tage in ihrer Strenesse-Schau, wie man auch bei hochsommerlichen Temperaturen noch smart aussehen kann: ein paar gut geschnittene Shorts, ein lässig über der Hose getragenes Hemd und am Fuss ein paar offene Schlappen. Strehle will Männer anziehen und nicht verkleiden. Auf plakative Details verzichtet sie fast ganz. Hin und wieder erscheint ein zarter Streifenakzent auf Bündchen oder Kragen oder ein Zopfmuster auf dem Pullunder. Unspektakulär ist auch ihre Farbpalette von Beigetönen über Blaunuancen bis hin zu einem matten Altrosa. (sda)
BilDer key

Published at: www.shn.ch/

(Note: Sananda wasn't modelling for Dolce & Gabbana but for Roberto Cavalli.

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